Tag des offenen Denkmals 2009

Historische Orte des Genusses: Schloß Saaleck - Am 13. September ist Tag des offenen Denkmals

Jedes Jahr am zweiten Sonntag im September öffnen historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen, um Tausende von Architektur- und Geschichtsliebhabern zu Streifzügen in die Vergangenheit einzuladen.

Am "Tag des ofSchloss Saaleck bei Hammelburgfenen Denkmals" richtet sich der Blick weniger auf die bekannten Prachtbauten als auf die Denkmale "von nebenan". Ziel des Tags des offenen Denkmals ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken.

In diesem Jahr steht der "Tag des offenen Denkmals" am 13. September 2009 unter dem Motto "Historische Orte des Genusses". Bundesweit werden mehr als 7.500 Bau- und Bodendenkmale für Besucher offen stehen.

Auch die Stadt Hammelburg beteiligt sich in diesem Jahr wieder am „Tag des offenen Denkmals". Im Mittelpunkt steht diesmal Schloß Saaleck.

Programm am „Tag des offenen Denkmals"

10°° - 17°° Uhr Kunst, Genuss und Wein - Robert Höfling zum 90. Geburtstag
Ausstellung im „Pferdestall"
10.30 Uhr Führung rund um Schloß Saaleck (Treffpunkt jeweils am Bergfried)
13.00 Uhr Führung rund um Schloß Saaleck
15.00 Uhr Führung rund um Schloß Saaleck

Mittagessen, Kaffee und Kuchen aus der Schloßküche

EWALD
Schloß Saaleck als Ort des Genusses

Das seit vielen Jahren von Ewald Hupp geführte Hotel und Restaurant in den ehemaligen Wohngebäuden der Fürstäbte aus Fulda genießt weit über die Grenzen des Fränkischen Saaletals hinaus einen ausgezeichneten Ruf. Zum „Tag des offenen Denkmals" und passend zum Thema „Historische Orte des Genusses" bietet die Schloßküche allerlei Spezialitäten und herbstliche Schmankerl aus der Region an - ein Besuch lohnt sich also nicht nur für Geschichtsinteressierte!

Geschichte von Schloß Saaleck

Saaleck nahm seinen Anfang als Amtsburg der Fuldaer Äbte vermutlich im 11. Jahrhundert. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts baute das Kloster Fulda seine südlichen Centorte aus, Mauertechnik und Steinmetzzeichen des Bergfrieds weisen ebenfalls auf eine Entstehungszeit um die Mitte des 12. Jahrhunderts hin. Der Saalecker Turm diente zunächst Verteidigungszwecken, später beherbergte er ein Gefängnis.

Am 9. Februar 1217 wird Saaleck erstmals als Burg urkundlich erwähnt. Vermutlich um 1249 ließ Abt Heinrich von Erthal „Gräben, Mauern und Zäune" errichten und die Anlage weiter befestigen. Gegen Ende des 13. Jhdts. scheinen erste Wirtschaftsgebäude auf dem Burgplatz errichtet worden zu sein.

Zu Beginn des 15. Jhdts. (1418/ 1426) entstand ebenfalls auf der Ostseite der Burganlage der „Fürstenbau" mit seinem runden Wehrturm. Der Ostflügel war wohnlicher gestaltet als der alte Hauptbau auf der Nordseite und diente als Unterkunft für den Fuldaer Landesherrn bei seinen gelegentlichen Aufenthalten.

Zur Zeit des 30jährigen Krieges scheint sich die Burg in einem maroden, schutzlosen Zustand befunden zu haben. 1644 bezog Salentin von Sintzig die Burg Saaleck und ließ sie von Grund auf erneuern. Sintzig galt bereits zu Lebzeiten als Freund und Förderer der Franziskaner. Auf sein Betreiben hin erhielt der Orden 1649 vom Fürstabt das Gebiet um Altstadt zum Bau eines Klosters. Der ehemalige Abtsstellvertreter erlag Ende Oktober 1667 einem Schlaganfall und wurde in der Klosterkirche von Altstadt beigesetzt. Nach seinem Tod hörte Saaleck auf, ständiger Wohnsitz eines Burgherrn zu sein.

Über 100 Jahre lang blieb der Fürstenbau leer, der Hof und vor allem das Weingut wurden aber weiter bewirtschaftet. Fürstabt Amand von Buseck (1737 - 56), von ihm sind zwei Wappensteine im Inneren des Hauptgebäudes zu sehen, ließ den Eingang zum Turm zu ebener Erde einbauen und eine Inschriftentafel anbringen, auf der noch heute zu lesen ist: „Zum blauen Hut 1750". Die neue Schieferbedachung war nämlich in Form einer Sturmhaube ausgeführt und hatte im Volksmund den Namen „Blauer Hut" erhalten.

Nach der Säkularisation wurde Hammelburg, und damit Schloß Saaleck, 1816 endgültig in das Königreich Bayern eingegliedert. Ab 1851 befand sich Schloß Saaleck in Privatbesitz. Nachdem der Weinbau rund um Hammelburg nahezu zum Erliegen gekommen war, betrieb die Familie Biffar ab 1935 ein Weingut auf Schloß Saaleck und machte das Fränkische Saaletal als Weinbauregion wieder bekannt.

Schließlich ermöglichte eine Stiftung des aus Hammelburg stammenden Generalkonsuls Karl Arnold Wilhelm von Günther an seine Vaterstadt 1964 den Kauf von Schloß und Gut Saaleck durch die Stadt Hammelburg. Die Stadt brachte zunächst in den Ökonomiegebäuden auf der Westseite das städtische Weingut unter. Nach einem Brand im Jahr 1977 wurde der technische Betrieb in einem außerhalb der eigentlichen Burganlage stehenden Gebäude untergebracht.
Die städtische Weinkellerei „Schloß Saaleck" hat seither Vorbildfunktion für die Weinbauern im Fränkischen Saaletal.

(E. Böck MA)


Kontakt Stadt Hammelburg:
Kultur- und Fremdenverkehrsamt, Kirchgasse 4, 97762 Hammelburg, Tel.: 09732/902-430

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